Sandarbeiten

In der Provence gibt es eine geographische Besonderheit: farbigen Sand. Diese Sediment-Ablagerungen, die weltweit nicht häufig zu finden sind, haben bereits unsere Vorfahren animiert: die Höhlenzeichnungen von Lascaux, Altamira oder Cueva de la Pileta in Andalusien sind mit Ockerfarben gestaltet. Seit Römerzeit werden aus den Ockerfelsen am Fuße des Mont Ventoux und im Luberon Farbpigmente aus diesem farbigen Sand gewonnen. Das Verfahren der Farbgewinnung ist langwierig: über mehrere Becken wird das feine Pigment aus dem Sand herausgeschlemmt und anschließend in der Farbmühle gemahlen. Das Resultat sind satte, lichtbeständige natürliche Pigmente.

 

2015 lud mich eine befreundete Galeristin zu einer Wanderung in einen stillgelegten Ockersteinbruch ein. Die Landschaft, die sich da zeigte, war besonders, zauberhaft und ungewöhnlich: kräftigste Ockertöne in riesigen Aushöhlungen, Schluchten durch dunkelrote Formationen, ein warmroter Kessel, in dem hellgrüner Farn wuchs- darüber dieser unglaublich blaue Himmel….Ein Farberleben, das wie ein Startsignal für meine weitere Arbeit sein sollte. Die ersten Sandproben wurden mitgenommen, im Atelier in Altrip experimentell verarbeitet. Eine Leidenschaft war geboren. Ab da suchte ich nach immer neuen Farbnuancen des Ockers- bis hin zu einem ganz reinen Weiß, das meine damals 11jährige Tochter beinahe zufällig in einem schmalen Streifen an einem Hang fand und abenteuerlich abbaute.

 

Mittlerweile sind Technik und Verfahren verfeinert. Der Sand auf der Leinwand hält, bricht nicht mehr und kann immer feiner aufgetragen werden.

 

2016 wurde das geologische Museum des Vaucluse auf diese Arbeiten aufmerksam und organisierte eine Ausstellung von insgesamt 30 Bildern (SWR 2 berichtete darüber).

 

Zu dem Sand kommen in der Verarbeitung immer mehr Naturmaterialien hinzu: Rost, Holz-und Pflanzenfasern, Asche und Nussschalen.